Planspiel

Gradient

"Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ - Dieses Diktum aus dem Jahre 1967 stammt vom Verfassungsrechtler und Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde und hat bis heute nicht an Aktualität verloren.

Aus diesem Grund scheint die schulische Bildung in Demokratien einen so hohen Stellenwert zu genießen. Es wäre daher nicht verfehlt zu behaupten, dass Bildung eine staatstragende Funktion zukommt, die über den reinen Wissenserwerb hinausgeht.  Denn die notwendigen Voraussetzungen, von denen Böckenförde spricht, können zwar auch nicht durch Bildung garantiert, aber zumindest am ehesten durch diese gefördert werden.

Wie wichtig Bildung für ein Gemeinwesen ist, ist jedoch keine neuzeitliche Erkenntnis, sondern wurde bereits in der Antike von Sokrates postuliert und von seinem Schüler Platon rezitiert.

Wave

Den Staat und die Gesellschaft, welche Sokrates und Platon jedoch vor Augen hatten, hat mit unserem heutigen Verständnis einer freiheitlichen demokratischen Grundordnung wenig gemein.

Bildung als solches zielt also nicht immer auf Freiheit und Demokratie ab, sondern kann je nach Ausgestaltung auch der Errichtung und Aufrechterhaltung autokratischer Strukturen dienen. Die politische Forderung nach "mehr und besserer Bildung" ist also substanzlos, solange man nicht zuvor klarstellt, wie Bildung und Erziehung in einem freiheitlich-demokratischen Staat auszusehen hat.

Diese Frage wollen wir als Grundlage für ein Planspiel nehmen, in dem Schüler*innen im Zuge einer simulierten Parlamentsdebatte ein modernes Bildungsgesetz ausarbeiten, diskutieren und verabschieden sollen.

berlin-82665_1920.jpg

Folgende pädagogische Ziele werden mit unserem Planspiel verfolgt:

  • Vermittlung eines historischen Verständnisses von Bildung

  • Auseinandersetzung mit verschiedenen Bildungskonzepten und deren Zweckrichtung

  • Einblick in die Staatsorganisation und die Staatsprinzipien des Grundgesetzes

  • Darstellen von parteipolitschen und parlamentarischen Meinungsbildungsprozessen

  • Aufzeigen von Beteiligungsmöglichkeiten in einer parlamentarischen Demokratie

  • Erlernen von Argumentationsfertigkeiten zur Förderung eines fairen und konstruktiven Meinungsaustausches

Weitere Informationen folgen...