Di., 12. Okt. | Essen

Hybris Bildung - Brauchen wir ein neues Kindesbild?

Anmeldung abgeschlossen
Hybris Bildung - Brauchen wir ein neues Kindesbild?

Zeit & Ort

12. Okt., 18:30 – 21:30
Essen, Thea-Leymann-Straße 23, 45127 Essen, Deutschland

Über die Veranstaltung

Nun ist es endlich soweit. Wir von Schule Neu Denken e.V. stellen das Theaterprojekt Hybris Bildung vor und möchten in diesem Zusammenhang über die strukturellen Probleme in unserem Bildungssystem sprechen.

Eine zentrale Frage, die dieser Diskussion jedoch dem Weg bereiten soll und über welche bisher zu wenig diskutiert wurde, lautet: "Brauchen wir ein neues Kindesbild?"

Die Art und Weise wie die Institution Schule geplant, gebaut und wie letztlich unterrichtet wird, hängt natürlich mit der Frage zusammen, welche Vorstellungen Erwachsene von Kindern und Heranwachsenden haben. Betrachtet man ausgehend von dieser Fragestellung, den gegenwärtigen Status quo an unseren Schulen, so drängt sich wohl eher die Schlussfolgerung auf, dass Schüler*innen nicht als eigenständige Individuen betrachtet werden, welche zwar Strukturen benötigen, aber eben auch Freiräume für ihre autonome Persönlichkeitsentwicklung.

Wie sollen Kinder lernen eigenständig zu handeln und auch Verantwortung zu übernehmen, wenn ihre Entwicklungsphasen mittlerweile so durch getaktet und organisiert werden, dass diese kaum noch Möglichkeiten haben, sich sanktionslos ausprobieren zu können. Auch das Lernen als solches wird, unter der Praxis des sogenannten "Bulimielernens" nicht mehr als ein auf Verständnis aufbauender Prozess der Wissensaneignung erfahren.

Dieses Bildungsverständnis, das davon ausgeht, man könne die kindliche Entwicklung derart zeitlich planen und standardisieren und daher auch den Prozess des Lernens auf eine sinnentleerte Akkumulation von Informationen reduzieren, zeugt davon, dass wir gesellschaftlich immer noch in der Zeit des "Nürnberger Trichters" verhaftet sind.

Unser gesamtes Regelschulsystem liegt folglich einem Menschen- und Kindesbild zu Grunde, welches aus einer Zeit stammt, in der man Kinder als "tabula rasa" betrachtete und glaubte man könne diese wie Gefäße mit Wissen befüllen. Diese Vorstellung spiegelt sich immer noch in dem gegenwärtigen Bildungsverständnis wider und muss endlich Eingang in die politische und öffentliche Diskussion finden.

Hierzu haben wir das Projekt "Hybris Bildung" gestartet, um uns kritisch und künstlerisch mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. In diesem Zusammenhang haben wir eine Theatergruppe aus Schülerinnen, die Möglichkeit gegeben, eigenständig ein eignes Theaterstück zu planen, zu schreiben und aufzuführen.

Der Clue an der Sache war jedoch, dass wir den Schülerinnen ansonsten keine Vorgaben machten und sie sich in der Planung und Durchführung komplett selbst organisieren sollten. Wir als Verein traten hierbei komplett in den Hintergrund und stellten lediglich auf Anweisung der Schülerinnen Sachmittel bereit und mieteten Räume für die Proben und OrgaTreffen an. Die gesamte Organisation und Planungsarbeit wurde in die Hände der Schülerinnen gelegt.

Entgegen einiger kritischer Stimmen, die dieses Projekt aufgrund der vermeintlichen Disziplinlosigkeit und Unvernunft von Jugendlichen für undurchführbar hielten, war das Projekt ein voller Erfolg. Die Schülerinnen haben innerhalb von wenigen Wochen eine Konzeptidee entwickelt und trotz der zeitweisen Lockdowns kontinuierlich weiter am Stück gearbeitet, sodass wir es dieses Jahr im Rahmen unseres Themenabends als Prämiere vorstellen möchten. Unter dem Titel „Hybris“ schrieben die Schülerinnen eine Zukunftsdystopie über das Bildungssystem, dass von einer künstlichen Intelligenz gesteuert und unter den Dogmen der „Effizienz“ und „Leistungssteigerung“, Schüler*innen wie kleine Roboter verwaltet. Hiermit möchte die Theatergruppe der Gesellschaft den Spiegel vorhalten und aufzeigen, wie starr und unflexibel das System „Schule“ in Deutschland gestaltet ist.

Der Themenabend "Hybris Bildung" besteht nun aus zwei Teilen. Im ersten Teil stellen wir das Theaterstück vor und interviewen hierzu die jeweiligen Protagonisten. Im zweiten diskutieren wir dann über die strukturellen Probleme im Bildungsbereich.

Programmplan


  • 30 Minuten

    Einlass


  • 45 Minuten

    Vorstellung Theaterstück

2 weitere Elemente verfügbar
Anmeldung abgeschlossen

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